Geschichte der Schokolade

 

 
bulletHome
bullet

Geschichte der Schokolade

bullet

Wie Schokolade entsteht

bullet

Auf der Kakaoplantage

bullet

Allgemeine Informationen zur Schokolade

bullet

Bilder-Galerie

bullet

Unsere Fahrt ins Schokoladenmuseum

bullet

Links

bullet

Kontakt

 

  

 

 

Schokolade, die Speise der Götter

Theobroma cacao (griech): die Kakaobohnen

Theobroma (griech): Speise der Götter

Herkunft und Entwicklung

Eine Reise aus dem Land der Maya in Mittelamerika nach Spanien und dem übrigen Europa und über den Atlantischen Ozean wieder zurück nach Amerika.

Die Olmeken

Vor ca. 3.000 Jahren besiedelte das Volk der Olmeken, eine der frühesten mesoamerikanischen Hochkulturen, ein südlich von Veracruz am Golf von Mexiko liegendes Gebiet in den tropischen Regenwäldern. Bei der Rekonstruktion der alten olmekischen Sprache, stieß man auf das Wort „cacao". Da der Kakaobaum zum Gedeihen Wärme, Feuchtigkeit und Schatten braucht - Bedingungen, wie sie im Gebiet der Olmeken anzutreffen waren - sind viele Historiker sicher, daß der Baum zuerst von den Olmeken und nicht wie allgemein angenommen, von den Azteken kultiviert wurde.

Die Zeit der Maya

Etwa vierhundert Jahre n. Chr. einige Jahrhunderte nach dem Untergang des Olmekenreiches, siedelten die Maya in einem Gebiet, südlich des heutigen Mexiko, das sich von der Halbinsel Yucatan in Mittelamerika durch Chiapas, den südlichsten Bundesstatt Mexikos, bis zur Pazifikküste Guatemalas erstreckte. Das feuchte Klima, das dort herrschte war ideal für das Gedeihen des Kakaobaums, der im Schatten von Urwaldbäumen prächtig gedeiht.

Die Maya nannten den Baum cacahuaquchtl – „Baum", da nach Ihrer Auffassung kein anderer Baum eines Namens überhaupt würdig war. Sie glaubten, daß dieses Gewächs den Göttern gehöre und die Früchte, die direkt aus dem Stamm wuchsen, eine Gabe dieser Götter an die Menschen sei.

Diese Zeit war auch bekannt als die Periode der klassischen Mayakultur, in der eine großartige künstlerische, geistige und religiöse Entwicklung stattfand. Bei der Errichtung prachtvoller Paläste und Tempel wurden Darstellungen von Kakaofrüchten an den Wänden angebracht, was als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit verstanden wurde.

Die Maya sind auch als Volk des Buches bekannt. Diese entwickelten unter anderem ein System von Hieroglyphen, meistens auf zerbrechliche Blätter aus Baumrindenpapier geschrieben. Heute sind noch vier Maya Bücher erhalten. Sie zeigen bildliche Darstellungen von Göttern, die verschiedene religiöse Rituale ausführen, bei denen häufig auch die Früchte des Kakaobaumes vorkommen. Hier wird oft in den Texten Schokolade als Speise der Götter bezeichnet.

Die Maya waren auch die Erfinder eines bitteren Trankes, der aus Kakaobohnen hergestellt wurde. Dies war ein Luxusgetränk für Könige und Adlige. Die Maya beschreiben verschiedene Arten das Gebräu herzustellen.

ein mit Maismehl angedickter Brei

dunkelbraune Flüssigkeit wird von einem Gefäß ins andere gegossen um begehrten Kakaoschaum zu erhalten

Aromatisierung mit versch. Gewürzen, vorzugsweise Chili.

Die Tolteken

Nach dem rätselhaften Untergang der Maya besiedelten um ca. 900 n. Chr. die begabten und hochzivilisierten Tolteken, denen später die Azteken aus Mexiko folgten, das vormals von den Maya bewohnte Gebiet. Der damalige Herrscher Quetzalcoatl floh aufgrund politischer Aufstände in den Süden der Halbinsel Yucatan. Er litt dort an irgendeiner Krankheit, die ihn später wahnsinnig machte. Daraufhin (in seinem Wahnsinn) segelte er auf einem kleinen Floß davon, nachdem er versprochen hatte zu einer bestimmten Zeit wiederzukehren und sein Königreich wieder in Besitz zu nehmen. Die Astrologen sagten damals das Jahr 1519 voraus, in dem ein weißer König zurückkehren und das Volk befreien werde. Wie sich später zeigte, entscheidend für die Zukunft der Neuen Welt.

 

Die Spanier

Im allgemeinen wird Hernan Cortés als erster Europäer bezeichnet, der das in der aztekischen Schokolade verborgene Potential erkannt haben soll. Es war aber Christoph Kolumbus, der auf seiner vierten Fahrt im Jahre 1502 die Insel Guanaja vor der Küste des heutigen Honduras besuchte und als erster mit einer Handelsware in Berührung kam die aussah wie große Mandeln. Auf die Frage was das sei, erklärten im die Azteken, daß das tchocolatl (oder xocolatl) sei. Mit seiner Schiffsmannschaft zusammen wurde das Gebräu probiert und die Überlieferung besagt, daß es abscheulich geschmeckt haben soll. Dennoch wurden einige Kakaobohnen als Kuriosum mit nach Spanien genommen.

Kakao als Zahlungsmittel

Als Hernan Cortés der vermeintliche Entdecker des Kakaos siebzehn Jahre später in der Neuen Welt ankam glaubte Moctezuma II, der damalige Herrscher der Azteken,, die Reinkarnation Quetzalcoatls, des geflohenen toltekischen Gott-Königs zu erkennen, dessen Rückkehr wie berichtet genau für dieses Jahr (1519) vorausgesagt wurde. Man bereitete Cortés einen überwältigenden Empfang, in dem ihm auch mehrere Geschenke dargeboten wurden, unter anderem eine Kakaoplantage. Kurz darauf nahm Cortés mit Hilfe einiger Eingeborenen Moctezuma gefangen. Zwei bis drei Jahre später hatte Cortés das Aztekenreich in den Untergang getrieben.

Im Gegensatz zu Kolumbus erkannte Cortés, recht bald den ungeheuren Wert der Kakaobohne als Nahrungs – und Zahlungsmittel. Eine Überlieferung eines Zeitgenossen Cortés´ besagt, daß man einen Sklaven für einhundert, die Dienste einer Prostituierten für zehn und ein Kaninchen für vier Kakobohnen kaufen konnte. Die Kakaobohnen, die auch Geldmandeln genannt wurden bezeichnete man als gesegnetes Geld, das seine Besitzer von Habsucht befreit, da es nicht gehortet oder in der Erde vergraben werden kann. Damit spielte man auf die Tatsache an, daß die Kakaobohne nicht lange gelagert werden konnte, ohne zu verderben.

Cortés ursprüngliches Ziel, als er sich auf den Weg in die Neue Welt machte, war das sagenhafte Goldland Eldorado und das Aztekengold zu finden. Da er dies nicht vorfand, wurde er auf die Kakaobohnen

aufmerksam. Er hatte gesehen, wie man sie als Zahlungsmittel verwendete und welche Bedeutung sie besaßen. Er war der Meinung, daß hier das Geld buchstäblich auf den Bäumen wuchs und widmete somit seine nächsten Jahre der Ausbeutung des wirtschaftlichen Potentials dieses „flüssigen Goldes", in dem er rund um die Karibik Kakaopflanzungen anlegen ließ. Dies geschah in Mexiko, Ecuador, Venezuela, Peru sowie auf Jamaika und Hispaniola (Haiti und Dom Rep.)

Das Geheimnis

Die Spanier versuchten das Geheimnis des Anbaus und der Herstellung von Kakao für sich zu behalten. Sie erwirtschafteten üppige Gewinne damit. Die Kakaobohnen wurden in Lateinamerika, bevor sie nach Europa verschifft wurden, verarbeitet. Um 1580 wurde in Spanien die erste kakaoverarbeitende Fabrik der Welt gegründet. Von da an wurde die Schokolade nach und nach auch in den anderen europäischen Ländern bekannt. Diese wiederum ließen selbst Kakaoplantagen anlegen, bauten Handelswege und eine eigene Verarbeitungsindustrie auf.

Die Niederländer z.B. brachten den Kakaobaum zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach ihren ostindischen Besitzungen Java und Sumatra. Von dort gelangte er auf die Philippinen, nach Neuguinea, Samoa und Indonesien. Zu Beginn des 19. Jahrunderts gelang es den Portugiesen, brasilianische Setzlinge vor der afrikanischen Küste (auf San Tomé) und in Westafrika heimisch zu machen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangte der Kakaobaum dann mit Hilfe der Deutschen nach Kamerun und der Briten nach Ceylon. Von da aus kam der Baum dann nach Südostasien. Heute eine der führenden kakaoproduzierenden Gegenden der Welt.

Von der Kakaobohne zum Getränk zur Speiseschokolade

Der aztekische Kakaotrank hatte wenig Ähnlichkeit mit dem wohlschmeckenden Getränk, das wir heute kennen. Das ursprüngliche Getränk der Indianer enthielt neben Kakao, Achote, Mais, und ein paar Chilischoten mit etwas Anis. Mais wurde verwendet, um die auf der Flüssigkeit schwimmende Kakaobutter aufzunehmen und auch, um das Getränk zu binden und anzudicken. Über die Jahre kamen noch Zutaten hinzu wie verschiedene Gewürze, Piment, Nelken, Vanille, eine schwarze Pfefferart, Blütenblätter versch. Blumen, Nüsse und Anattofarbstoff. Zusätzlich wurden dann Zucker, süße Gewürze wie Zimt und Anis hinzugegeben, daß so allmählich das köstliche Getränk entstand, das wir heute kennen. Im 18. Jahrhundert wurde dann die sogenannte spanische Variante entwickelt, in dem die Kakaosubstanz mit reichlich Zucker, Zimt, Vanille, Muskat und Annatto zu einer feinen Paste zermahlen wurde. Diese Masse wurde wie die heutige Blockschokolade zu Blöcken geformt, aus denen man vorerst allerdings nur das Schokoladengetränk und kein Konfekt herstellte. Dieses Verfahren hielt sich in Spanien und ganz Europa bis im 19 Jahrhundert, bis dann um 1828 von dem holländischen Chemiker Coenraad van Houten nach Jahren des Probierens eine neuartige und außerordentlich effektive Kakaopresse erfunden wurde. Durch das Pressen der Kakaopaste extrahierte man die Kakaobutter. Zurück blieb ein fettarmer bröckeliger Preßkuchen, der sich zu einem feinen Pulver zermahlen ließ. Somit war es möglich geworden Kakaopulver, was zur damaligen Zeit Kakaoessenz hieß, maschinell herzustellen. Durch dieses Patent gelang der Durchbruch der industriellen Kakaoessenzherstellung. Die ersten Firmen waren hier unter anderem Cadbury in England. Der nächste Schritt war nun die industrielle Großproduktion von Schokoladenkonfekt.

Man stand ja nun vor der Frage, was mit der ausgepreßten Kakaobutter geschehen soll. Man war hier natürlich der Auffassung, daß diese zu wertvoll sei, als sie zu vernichten. Hier kam man nun auf die Idee, es ist heute nicht mehr nachvollziehbar welcher Kakaofabrikant hier der erste war, diese Kakaobutter zu schmelzen und sie mit Kakaomasse und Zucker zu vermischen. Hieraus entstand eine geschmeidige Paste, die den zugefügten Zucker aufnahm, ohne körnig zu werden. Die Masse war dünnflüssig genug um sich zu einer Form gießen zu lassen. Dies war der Beginn für die Entwicklung und Herstellung der Speiseschokolade. Diese Produkte waren zur damaligen Zeit nur für die Elite der Gesellschaft erschwinglich. Für die Allgemeinheit blieb das Kakaogetränk.

In ganz Europa setzte sich der Siegeszug der Schokolade fort. Von Spanien über die Niederlande (da die Niederlande im 16. Jahrhundert unter spanischer Herrschaft standen) nach Italien. In Italien soll die Schokolade von Antonio Carletti, einem Florentiner Kaufmann, eingeführt worden sein, der sie entdeckte als er auf der Suche nach neuen Handelsgütern in der Welt umherreiste. Im 17 . Jahrhundert hatte man in Norditalien, besonders in der Gegend um Perugia und Turin, zahlreiche Kakaohandelsgesellschaften gegründet. Dies ist auch heute noch die Hochburg der italienischen Schokoladenindustrie.

Im Falle von Frankreich lautet die populärste Theorie, daß das Getränk erstmals im Jahre 1615 auftauchte, als Ludwig XIII. sich mit Anna, der Tochter von Phillip II von Spanien vermählte. Die neue Königin liebte ihre Schokolade leidenschaftlich und führte sie auch bei Hofe ein. Das Kakaogetränk fand viele Anhänger: Kardinal Mazarin, der engste Berater des Königs ging nur in Begleitung seines Schokoladenkoch auf Reisen. Marie Antoinette z.B. schuf das angesehene „Amt des Schokoladenzubereiters der Königin". Auch vom östereichischen Hof war bekannt, daß der Chef de Patisserie mit dem ranghöchsten Offizier auf einer Stufe stand.

In die Schweiz, Deutschland und auch Österreich gelangte die Schokolade erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, vor allem durch Reisende aus Italien und Belgien.

In Deutschland war die Schokolade zu allererst in der sogenannten vornehmen Gesellschaft bekannt. Dies war jedoch von Stadt zu Stadt und Gegend zu Gegend sehr unterschiedlich. Die Berliner betrachteten Schokolade z.B. noch immer als unangenehm schmeckendes Kräftigungsmittel, während das Getränk in Leipzig und Dresden in vornehmen Cafés, den sogenannten Schokoladestuben, ein großer Erfolg war. In Deutschland begann die Massenproduktion von Schokolade im Jahre 1756, nachdem Prinz Wilhelm von der Lippe in Steinhude eine Fabrik errichtet und portugiesische Arbeiter ins Land geholt hatte, die in der Kunst der Schokoladenherstellung ausgebildet waren.

Um 1765 war es dann, als die erste Speiseschokolade über den Atlantik zurück nach Amerika gelangte. Thomas Jefferson (1743-1826) der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, soll einmal gesagt haben, daß sich mit ihrer herausragenden Bedeutung für Gesundheit und Ernährung die Schokolade in Amerika wie Tee und Kaffee bald ebenso durchsetzen wird, wie in Spanien. Die Schokolade hatte in Amerika von Anbeginn an keinen so hohen gesellschaftlichen Stellenwert, wie dies in Europa der Fall war. In Amerika war die Schokolade von Anfang an auch ein Genußmittel der „Kleinen Leute", wobei man mehr Wert auf die Bekömmlichkeit des Getränks als auf seinen kultivierten Genuß legte.

Es dauerte dann bis ins Jahr 1900, in dem Milton Hershey seine Milchschokoladetafeln auf den Markt brachte. 1907 folgten dann die Hershey Kisses. Überall im Lande enstanden Schokoladenfachgeschäfte und eine jede Stadt besaß mindestens ein angesehenes Unternehmen, das Schokolade in Handarbeit herstellte. Ihren größten Zuwachs erlebte die amerikanische Schokoladenindustrie während des zweiten Weltkriegs, als die amerikanischen Streitkräfte in Europa mit Millionen von Schokoladetafeln beliefert wurden.

Hiermit soll nun auch der Kreis geschlossen werden, den ich Ihnen am Anfang skizziert hatte:

Eine Reise aus dem Land der Maya in Mittelamerika nach Spanien und dem übrigen Europa und über den Atlantischen Ozean wieder zurück nach Amerika und wie man dann im letzten Abschnitt hörte von Amerika dann wieder zurück in die Alte Welt.

 

 

 

Copyright ©, erstellt von Thomas Post und Christian Krabes